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Pressebilder zum Projekt

Luftkissendüker "Wiener Platz", Dresden

Projektbeschreibung:

Die Neubebauung des Wiener Platzes im Zentrum der Landeshauptstadt bringt es mit sich, dass der Straßentunnel die vorhandene Infrastruktur durchschneidet. Die Umverlegung des Mischwasserhauptsammlers wird deshalb notwendig. Die technisch, städtebaulich und wirtschaftlich günstigste Lösung war der Einbau eines Luftkissendüker. Zuvor wurden fünf Trassenvarianten erarbeitet und verglichen, drei Varianten im Bereich des Wiener Platzes und zwei Varianten südlich des Bahngeländes beginnend. Mehrrohrdüker und Fallschachtdüker sind wegen schwankender Zuflüsse von 10 l/s bis 8800 l/s ungeeignet. Der Luftkissendüker ermöglicht den ablagerungsfreien Transport stark schwankender Abwasserströme.

Für dieses Projekt waren verschiedene unterirdische Stahlbetonbauwerke zu errichten. Das Dükeroberhaupt am Hauptbahnhof hat Grundrissabmessungen von ca. 12,8 x 8,8 m bei einer lichten Höhe von ca. 15,6 m. Das Dükerunterhaupt hat die Grundrissabmessungen von 12,46 x 6,8 m. Die Bauwerkshöhe beträgt ca. 16,5 m.

Für die Herstellung der Bauwerke war ein aufwendiger Baugrubenverbau erforderlich. Sowohl für das Dükeroberhaupt als auch für das Unterhaupt wurden rückverankerte Stahlspundwände verwendet. Wegen der hohen Lasten, der tiefen Baugrube und benachbarter sensibler Bauten waren Larssenprofile L430 erforderlich. Die Spundwände wurden mit spülungsunterstütztem Einvibrieren mit zusätzlichen Lockerungsbohrungen in den Baugrund eingebracht. Dabei erfolgte das Spülen mittels HTV - Verfahren (Hochdruck).

 

Die Baugrube wurde abschnittsweise wie folgt hergestellt:

Die Spundwände sind eingebracht. Absenken des Grundwasserspiegels in der Grube ca. 0,5 m unter die jeweilige Ausschachtsohle. Ausschachten bis 0,5 m unter die jeweilige Verankerungsebene. Verankerung / Aussteifung anbringen. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis die endgültige Baugrubentiefe erreicht ist. Dann wird die bewehrte Bodenplatte eingebracht. Nach dem Durchpressen des Dükerrohres konnte das wasserundurchlässige Stahlbetonbauwerk (B II / B 35) errichtet werden. Wegen der Aggressivität des Grundwassers war ein wasserundurchlässiger Beton mit hohem Widerstand gegen chemischen Angriff „stark“ herzustellen. Gleiches galt für die notwendigen monolithischen Abwasserschächte (Schächte 1 bis 4).

Das Dükersystem besteht aus Verteilerschacht, Dükeroberhaupt, Luftkissendükerrohr DN 2400 mit integriertem Trockenwetterrohr DN 400, Dükerunterhaupt mit Einstiegsbauwerk und technischen Ausrüstungen. Das Trockenwetterrohr bleibt ständig in Betrieb. Bei größeren Abwassermengen (>140 l/s) tritt auch Abwasser in das Luftkissenrohr über. Zu diesem Zeitpunkt ist das Luftkissen im Rohr auf sein maximales Volumen aufgepumpt. Durch ein automatisches Regelsystem wird das Luftkissen an den Durchfluss angepasst. Bei minimalem Durchfluss nimmt das Luftkissen seinen größten Raum ein, während bei Maximaldurchfluss das Luftkissen abgelassen wird, so dass der volle Querschnitt genutzt werden kann.

 

Technische Daten:

Luftkissendükerrohr: Länge = 110 m
Luftkissendüker DN 2400 mit integriertem Trockenwetterrohr DN 400
Qt min 10 l/s (min. Trockenwetterabfluss)
Qt max 120 l/s (max. Trockenwetterabfluss)
Qr max 8800 l/s (max. Regenwasserabfluss)
Maximale Änderungsgeschwindigkeit des Regenwasserabflusses = 1,11 qbm/s (je min) bei n=0,1

 

Anmerkung:

Das Bauwerk ist seit Februar 1999 in Betrieb und hat alle bisher stattgefundenen Regenereignisse sicher abgeführt. Es erfüllt die ihm zugedachte Aufgabe somit in hervorragender Weise.

Nach Absprache mit der Stadtentwässerung ist für Gruppen eine Besichtigung dieses beeindruckenden Bauwerkes möglich.

Heinrich - Beratende Ingenieure in Hamburg, Waiblingen, Freiberg (Sachsen) und auf Zypern